„Geschlossen“ steht in roter Signalfarbe auf einem Schild. Weitere rote Plakate hängen an Türen und in Schaukästen im Eingangsbereich des St.-Clemens-Hospitals Geldern. Rot-weißes Absperrband flattert rund um Betten, die den Haupteingang zum Krankenhaus symbolisch versperren. Mitarbeitende verteilen an Passanten Flyer mit dem Titel „Kein Geld. Keine Versorgung. Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“ Dazu gibt es ein Schokoladenherz. Auf den Flyern ist unterhalb des Slogans #RetteDeinKrankenhaus ein QR-Code abgebildet, der auf eine Aktions-Website führt, in der die Hintergründe der Protestaktion erläutert und die Bürgerinnen und Bürger zur Beteiligung an dem Protest in Form einer Mail an die Politik aufgerufen werden.

„Das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz der Bundesregierung bedeutet neue Kürzungen für unsere Krankenhäuser“, erklärt Ludger Broeckmann, Kaufmännischer Direktor des St.-Clemens-Hospitals Geldern. Auch er steht vor dem Haupteingang und verteilt Flyer. „Solche Kürzungen treffen besonders die freigemeinnützigen Häuser, wie unseres der cusanus trägergesellschaft trier (ctt) mbH, einem katholischen Träger“, so Broeckmann weiter. „Die Folgen wären beispielsweise, gerade in einer ländlichen Region wie dem Niederrhein, noch längere Wege und Wartezeiten für Patientinnen und Patienten sowie weniger medizinische Versorgungsangebote. Aber auch für die Beschäftigten würde es finanzielle Einschnitte bedeuten und noch mehr Bürokratie.“

Das St.-Clemens-Hospital Geldern schließt sich daher der bundesweiten Protestaktion gegen das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz an. Im Rahmen der Aktion versperren Mitarbeitende zwischen 11 und 13 Uhr symbolisch den Haupteingang, um auf die möglichen Folgen des Gesetzes aufmerksam zu machen. „Wir müssen ein Zeichen setzen, denn die geplanten Einsparungen gefährden die Versorgung der Menschen vor Ort“, so Broeckmann. „Und wir bitten die Bevölkerung in Geldern und der Region, sich aktiv für den Erhalt ihrer Krankenhausversorgung einzusetzen, denn wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass eine verlässliche Versorgung und faire Finanzierung bei uns erhalten bleiben.“

Trotz der symbolischen Sperrung des Haupteingangs war der Zugang zum Krankenhaus jederzeit gewährleistet. Alle medizinischen Leistungen, Notfallversorgung und alle Behandlungen wurden uneingeschränkt fortgeführt. Die Aktion hatte ausschließlich das Ziel, auf die drohenden Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung aufmerksam zu machen und das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen. Hintergrund ist, das am 12. Juni im Bundestag erstmals über das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz beraten wird. „Wir möchten deutlich machen - auch wenn derzeit hohe Fördersummen für unseren Standort im Raum stehen, dass dies nichts an einer langfristig schlechten finanziellen Lage für unsere Krankenhäuser ändert“, so der Kaufmännische Direktor weiter. „Und wir als St.-Clemens-Hospital halten es daher für unbedingt erforderlich, dass wir uns aktiv für die Zukunftsfähigkeit der Versorgung am Niederrhein engagieren.“