Die Klinik für Kardiologie des St.-Clemens-Hospitals Geldern erweitert ihr Behandlungsspektrum um ein neues, modernes Verfahren zur Behandlung von schwer einstellbarem Bluthochdruck. „Bei manchen Menschen bleibt der Blutdruck trotz einer gesunden Lebensweise und der Einnahme mehrerer blutdrucksenkender Medikamente dauerhaft zu hoch“, erklärt Dr. med. Frithjof Schlegel, Leiter der Kardiologie im Gelderner Krankenhaus. „In diesen Fällen kann eine renale Denervation eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit sein.“ Dabei handelt es sich um einen minimalinvasiven, kathetergestützten Eingriff. „Über einen kleinen Gefäßzugang in der Leiste führen wir hierbei einen dünnen Ballonkatheter, also einen Katheter mit aufblasbarem Ballon an der Spitze, in die Nierenarterien ein“, so der Kardiologe. „Dort werden dann gezielt sympathische Nervenfasern verödet. Sie gehören zum sogenannten Sympathikus - dem Teil des Nervensystems, der den Körper in Stress- und Belastungssituationen aktiviert und unter anderem den Blutdruck beeinflusst.“ Sind diese Nerven dauerhaft überaktiv, kann dies zu einem anhaltend erhöhten Blutdruck beitragen. „Die renale Denervation setzt genau an diesen Nerven an und behandelt diese mithilfe von Ultraschall sehr gezielt“, so Dr. med. Frithjof Schlegel. Eine Überaktivität könne so reduziert und dabei geholfen werden, den Blutdruck langfristig zu senken. Die Gefäßwand werde während des Eingriffs durch den Ballon an der Spitze des Katheters geschützt, so der Kardiologe. Denn dieser werde kontinuierlich mit sterilem Wasser durchspült und verhindere so eine Überhitzung der Gefäßwand. 

Die renale Denervation ergänzt damit eine gesunde Lebensweise und die medikamentöse Behandlung und kommt insbesondere für Patientinnen und Patienten infrage, deren Blutdruck trotz entsprechender Therapie nicht ausreichend gesenkt werden kann. „Für diese Patientinnen und Patienten ist die Behandlungsmethode ideal, um einen schwer einstellbaren Bluthochdruck doch noch in den Griff zu bekommen“, so der Leiter der Kardiologie.